Wiener Neustadt
"Wiege der österreichischen Aviatik"

Dass die Stadt Wiener Neustadt die Ehre für sich beanspruchen kann, das "erste offizielle österreichische Flugfeld" angelegt zu haben, ist zu einem nicht geringen Teil Verdienst des weitblickenden Bürgermeisters Franz Kammann: Er zeigte sich gegenüber den Ideen des Reichstagsabgeordneten Viktor Silberer sowie des Kommandanten der K. u. K. Militär-Aeronautischen Anstalt Hauptmann Franz Hinterstoißer, das Wiener Neustädter Steinfeld der Aviatik nutzbar zu machen, sehr aufgeschlossen und trug Sorge dafür, dass der Gemeinderat am 11. Juni 1909 den Beschluss fasste, "zur Förderung des mechanischen Flugwesens" an der Wöllersdorfer Straße gelegene städtische Grundstücke für Flugversuchszwecke zu widmen.

Gleichzeitig gab der Gemeinderat seine Zustimmung zur Errichtung von Aeroplanhallen (Hangars). Noch im Sommer 1909 mietete die K. u. K. Heeresverwaltung zwei dieser Hangars als Militär - Aviatische Station auf dem Steinfeld. Im Jahre 1911 begann sich die Heeresverwaltung auch für die hier am Wiener Neustädter Flugfeld gebauten Flugapparate zu interessieren und beauftragte die Firma Etrich mit der Lieferung von "Etrich - Tauben". In der 1911 hier gegründeten ersten K. u. K. Militärfliegerschule wurden nun Offiziere aus Marine und Heer als Piloten ausgebildet. Das Wiener Neustädter Flugfeld - Schauplatz zahlreicher Preisfliegen sowie der im Oktober 1911 abgehaltenen Ersten österreichischen Flugwoche - ist 1913 für die Dauer von 25 Jahren an die Heeresverwaltung verpachtet worden.

Zuordnung auf dem Zeitstrahl: